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voice-design in den Medien

voice-design – vegan im Geschäft

Was stellt ihr euch unter einem veganen Job vor? Gärtner oder Gemüsehändler? Eine solche Definition gibt es vermutlich gar nicht, sicher ist zumindest, dass Schlachter ein eher unveganer Beruf ist. Und wie steht es mit dem Bereich Druck und Design? Heute bin ich zufällig auf eine interessante Werbeagentur und Druckerei gestoßen, deren Mitarbeiter definitiv einen veganen Job haben. Denn voice-design folgt einer ethisch basierten und veganen Unternehmensphilosophie. Eine super Sache, die meinen Respekt verdient.

Die Philosophie von voice-design
Das Unternehmen aus dem hessischen Offenbach bei Frankfurt steht unter der Fuchtel von Andreas Bender, der mit großer Leidenschaft dafür sorgt, dass soziale und ökologische Verantwortung auch bei der Unternehmensführung groß geschrieben werden.Der überzeugte Veganer ist der Ansicht, dass sich Wirtschaft und Ethik nicht ausschließen müssen. Dieses Credo manifestiert sich auch in seinem Kundenstamm. Denn dem Dienstleister ist es wichtig, dass für die Unternehmen, mit denen er zusammenarbeitet, Nachhaltigkeit und Ethik keine Fremdwörter sind. Zu seinem Kundenstamm zählen übrigens „Szenegrößen“ wie die Alpro GmbH, die Provamel GmbH, Robin Wood e.V., radix, der Bund für vegane Lebensweise e.V. sowie andere namhafte Vereine und Unternehmen.

Dabei bekommt noch lange nicht jeder Interessent die Möglichkeit, die Dienstleistungen von voice-design in Anspruch zu nehmen. „In 13 Jahren “voice-design” gibt es natürlich immer wieder den Fall, dass wir einem Unternehmen, für das wir nicht arbeiten möchten, ein Angebot unterbreiten sollen.“, so Andreas Bender, „Denen erteilen wir dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge eine Absage. Weinend deshalb, weil wir es finanziell natürlich alles andere als leicht haben und wir eigentlich auf jeden Auftrag angewiesen sind – lachend deshalb, weil es die richtige Entscheidung ist. UND: Weil es manchmal tatsächlich zum Lachen ist!“ Im Dezember 2007 fragte beispielsweise die NPD an. „Wir sind nicht etnisch bewusst, sondern ethisch bewusst. Das haben die braunen Socken wohl missverstanden“, sagt Andreas Bender mit einem Augenzwinkern. Und auch mit anderen Unternehmen, wie zum Beispiel dem Hersteller eines Energy-Drinks, der zum großen Teil aus Molke bestand, sowie einem Unternehmen, das Lederbälle bedrucken lassen wollte, die noch dazu billig in China produziert wurden, kam keine Zusammenarbeit zustande.

voice-design zeichnet sich zum Beispiel dadurch aus, dass ausschließlich auf Recyclingpapiere zurückgegriffen wird. Auch andere verwendete Materialien, zum Beispiel solche für Banner und Transparente, sind frei von Schadstoffen und giftigen Bindemitteln. Wo andere Druckereien auf das hochgiftige PVC zurückgreifen, setzt voice-design Tyvek ein – ein Material, das wesentlich leichter zu recyclen und chemisch inert ist. Die Textilien, die voice-design bedruckt, sind fair hergestellt und mit gängigen Ökosiegeln zertifiziert. Nicht zuletzt bestehen auch die Verpackungen aus Recyclingpapier und die Farben sind allesamt frei von tierischen Inhaltsstoffen. Damit ist voice-designdeutschlandweit vermutlich die einzige Firma ihrer Art, die bewusst darauf achtet, dass sämtliche verwendete Materialien frei von tierischen Bestandteilen sind. Weitere Informationen über die Unternehmensphilosophie von voice-design findet ihr auf der Unternehmenswebsite.

Vom Offsetdruck über den Digital- und Großformatdruck bis hin zu kurzen Videospots bietet die Agentur um Andreas Bender also Dienstleistungen, die nicht nur die Kunden, sondern auch die Umwelt zufrieden stellt. Eine (leider) seltene, aber meines Erachtens feine Sache, die auf jeden Fall einen Artikel im meinem Blog wert ist.

Zum Abschluss: Drei Fragen an Andreas Bender
Wie bist du auf dein ethisch basiertes, veganes Unternehmenskonzept gekommen?
„Viele Menschen wollten als Kind Fußballer, Sänger oder Schauspieler werden. Fußball finde ich langweilig, singen kann ich nicht und anstatt eine Rolle zu spielen, bin ich lieber ich selbst. Denn unter der Woche gute Mine zum bösen Spiel zu machen und dann am Samstag gegen diejenigen zu demonstrieren, denen ich unter der Woche zu höheren Profiten verholfen habe, ist nun wirklich nicht mein Ding. Als Angestellter kannst du dir deine Kunden nur leider nicht aussuchen – also blieb nur eine Möglichkeit: die eigene Firma.“

Ist eine vegane Lebensweise ein Ausschlusskriterium, um Teil deines Unternehmens zu werden oder hast du auch Mitarbeiter, die nicht vegan leben?
„Alle Angestellten leben vegan. Allerdings können wir nicht jeden Produktionsgang selbst durchführen. Wir können zum Beispiel selbst drucken aber nicht selbst stanzen. Hier arbeiten wir mit einem langjährigen Partner zusammen, der jedoch nicht vegan lebt. Aber wann immer ein paar Cent übrig sind, investieren wir in weitere Maschinen, um noch unabhängiger zu werden. Ende Oktober / Anfang November bekommen wir wieder “maschinellen Zuwachs”…“

Die Referenzen von voice-design sprechen für sich. Ihr könnt renommierte Vereine und Unternehmen zu eurem Kundenstamm zählen. Gibt es dennoch einen Verein oder ein Unternehmen, mit dem du zukünftig gerne zusammenarbeiten würdest?
„Oh, viele sogar! Typisch für einen Veganer denke ich natürlich gleich ans Essen und gehe gedanklich meinen Kühlschrank durch. Da fallen mir schon zahlreiche Firmen ein… Aber nicht nur den ein oder anderen Lebensmittelproduzenten hätte ich gerne auf der Kundenliste stehen. Zum Beispiel ist mir eine endgültige und schnelle Energiewende ein sehr großes Anliegen. Deshalb belohnen wir ja auch diejenigen, die zu naturstrom wechseln. Von daher würde ich mich über reine Ökostromanbieter oder auch Hersteller von Windkraft- oder Solaranlagen in unserer Referenzliste sehr freuen. Oder über Hersteller von fairen, veganen Textilien. In kürze wird ein weiteres veganes Unternehmen in Südhessen eröffnen und wir dürfen es dabei mit Rat und Tat unterstützen. Es ist ein gutes Gefühl, Teil von etwas ganz Großem zu sein. Und jeder noch so kleine Schritt, bei dem ein Verein oder ein Unternehmen in die richtige Richtung geht, ist etwas ganz Großes. Denn die meisten Menschen gehen mit der Masse und kommen dir entgegen. Du musst die Ellenbogen anwinkeln und dich ein Stück weit gegen die Gesellschaft stemmen. Sonst reißt sie dich wieder mit. Von daher gilt mein Respekt jedem, der das auf sich nimmt und gegen den Strom schwimmt. Ob er nun unser Kunde ist oder nicht.“

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Maximiliane Mehnert / Veganier.de.